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Jubiläumskonzert am 27.10.2018

Philharmonie der Nationen fördert Kreisjugendorchester

Preis des Weinguts Dr. Steiner geht an das sinfonische Blasensemble der Südlichen Weinstraße – Weitere Nachwuchskünstler unter die Fittiche nehmen

Der „Dr.-Steiner-Jugendförderpreis“ soll junge Talente in der Südpfalz für die Klassische Musik begeistern. Das Kreisjugendorchester Südliche Weinstraße (KJO) unter der Leitung von Dietmar Wiedmann ist der erste Empfänger des mit 500 Euro dotierten Preisgeldes.

Am Samstag beim Fest des Siebeldinger Weinguts Dr. Steiner: Das Kreisjugendorchester und sein Dirigent Dietmar Wiedmann präsentieren die Bandbreite sinfonischer Blasmusik. (Foto: van)

Am Samstag beim Fest des Siebeldinger Weinguts Dr. Steiner: Das Kreisjugendorchester und sein Dirigent Dietmar Wiedmann präsentieren die Bandbreite sinfonischer Blasmusik.
(Foto: van)

„Nie wieder Geige“, rief Henning Kirsch hinter dem Schlagzeugrefugium hervor, nachdem Dietmar Wiedmann, seit 22 Jahren Dirigent des von ihm gegründeten Orchesters, den prominenten Gast als Neuling unter den Liebhabern der sinfonischen Blasmusik vorstellte. Der Solopauker repräsentierte die 1995 von Justus Frantz ins Leben gerufene Philharmonie der Nationen. Getragen wird das multinationale Orchester von einem Förderverein aus mehreren Tausend Mitgliedern, eines davon ist Georg Steiner, Inhaber des Weinguts Dr. Steiner – Johanneshof in Siebeldingen. Unter den Gästen um das dortige Johannisfeuer am Samstagabend war die Enttäuschung zu spüren, als der Hausherr bekannt gab, dass Justus Frantz, der das Festival „Classic meets Weinberg” in dem Siebeldinger Weingut aus der Taufe gehoben hat, kurzfristig absagen musste: Nach Herzproblemen habe der Arzt dem 65-jährigen Pianisten, der auf Gran Canaria lebt, dringend von der Flugreise abgeraten.

Als enger Vertrauter war Henning Kirsch, der von der Profimusik ins Bankfach gewechselt ist und in Neustadt lebt, kurzfristig eingesprungen. Zur Freude der jungen Blasmusiker unterstützte der Percussionist das KJO, die Jugendlichen verabschiedeten sich mit ehrfürchtigem Blick von dem prominenten Kollegen.

Dass die Vielseitigkeit seines Orchesters anerkannt wurde, ging Dietmar Wiedmann indes runter wie Öl, wird der Posaunist doch niemals müde, seinem Genre gebührende Anerkennung zu verschaffen: „Sinfonische Blasmusik kann mehr, als Märsche blasen”, betonte Wiedmann auch am Samstag. Bei der Vorstellung des Ensembles habe er „schon ein gewisses Vorurteil gemerkt”, verriet Wiedmann. Sollte er je gedacht haben, dass ein Orchester ohne Geigen nicht funktionieren könne, dann habe er sich bei der Erarbeitung der jüdischen Tänze „Rikudim” des niederländischen Komponisten Jan Van der Roost eines Besseren belehren lassen müssen, bekannte Kirsch. Im fast zweistündigen Programm präsentierte das Jugendorchester Auszüge aus der Bandbreite sinfonischer Blasmusik von monumentaler Filmmusik („Herkules”), dem rhythmischen Paso Doble „Alhambra“ und brasilianischer Popmusik bis hin zur Klangmalerei von Landschaften und Melodien aus dem Musical „Starlight Express“.

„Ich bin seine Chefin”, verkündete SÜW-Landrätin Theresia Riedmaier mit Blick auf Wiedmann bei der Preisverleihung stolz. Das KJO setzt sich weitgehend aus Musikschülern der Kreismusikschule Südliche Weinstraße zusammen, an der Wiedmann unterrichtet. „Hier findet Kultur statt” freute sich Riedmaier.

Kirsch sah die Preisverleihung als „Initialzündung zur Förderung von Nachwuchskünstlern der Region”. Gedacht sei eine Ausweitung der Unterstützung durch die Philharmonie der Nationen dahingehend, dass im kommenden Jahr Justus Frantz oder Mitglieder des Orchesters unter dem Motto „Classik for Kids” mit den Preisträgern Konzerte erarbeiten.

(srs) Die Rheinpfalz, 2009