Ankündigung:
Jubiläumskonzert am 27.10.2018

Großes Kino

Jubiläumskonzert 25 Jahre Kreisjugendorchester Südliche Weinstraße im Hohenstaufensaal in Annweiler

Zum Silberjubiläum seines Kreisjugendorchesters gönnte Gründer und Leiter Dietmar Wiedmann sich, seinen Musikern und den Gästen im Hohenstaufensaal in Annweiler am Sonntag drei Stunden sinfonische Blasmusik vom Feinsten.

Jochen Schnepf als Solist im Trompetenkonzert von Alexander Arutjunjan mit dem Kreisjugendorchester unter Dietmar Wiedmann. (Foto: Iversen)

Jochen Schnepf als Solist im Trompetenkonzert von Alexander Arutjunjan mit dem Kreisjugendorchester unter Dietmar Wiedmann. (Foto: Iversen)

Wie bereits zum 20. Geburtstag in der Landauer Festhalle eröffnete der Königsweg – „El Camino Real” – von Alfred Reed das Konzert zum Silberjubiläum in Annweiler. Mit der souveränen Bewältigung rasanter Tempi und vieler Takt- und Rhythmuswechsel war bei den 45 Jugendlichen und jung gebliebenen Musikern der Auftakt gelungen und der Weg frei für großes Kino in der sinfonischen Blasmusik.

Spannend interpretierte das Orchester das Leben des „Nostradamus”, wie es Otto M. Schwarz sich vorgestellt und notiert hat. Sechs Schlagwerker lassen das Leben auf dem blauen Planeten pulsieren, immer schneller bis das (Pauken-) Herz aufhört zu schlagen. Die Menschen aber können sich retten. Zurück bleibt die verbrannte Erde.

Ansonsten bekam die Festgemeinde im ausverkauften Saal im Wesentlichen eine Wiederholung des Neujahrskonzerts zu hören. Dass die Schlagwerksektion, vielleicht weil sie mehr Platz hatte, präsenter war, steigerte die Dramaturgie zusätzlich. Auch die Beschreibung des Bodensees in farbigen harmonischen Klangbildern und Elementen der Neuen Musik kam ausgereifter im Ohr der Zuhörer an. Der Professor für Tuba am Salzburger Mozarteum, Andreas Hofmeir, war wieder dem Ruf des Freundes gefolgt, im „Panoptikum“ aus der Feder seines Landsmannes Thomas Doss den Solopart für Tuba zu übernehmen. Dass er barfuß die Bühne betrat, erklärte der Österreicher, als Wiedmann ihn auf die Schuhmeile in Hauenstein aufmerksam machte, so: „Ich habe meine Schuhe vergessen, aber ich habe natürlich welche“.

In einem dreiteiligen Werk aus Irland schließlich kamen an Stelle von Flöte und Dudelsack Piccolo und Harfe solistisch zum Einsatz. Silke Aichhorn hatte mit ihrem Instrument bereits in der Matinee ihr großes Solo, am Abend verzauberte die weitgereiste Harfenistin aus Traunstein mit einer jazzigen Komposition das Publikum.

Als Solisten aus den eigenen Reihen präsentierte sich Jochen Schnepf im Trompetenkonzert von Alexander Arutjunjan. „Als süßer blonder Junge saß er mit elf Jahren zum ersten Mal in der Probe“, erinnerte Moderatorin Eva Hoffmann an seinen Einstand im Orchester, mittlerweile studiert der 22-Jährige an der Hochschule für Musik in Saarbrücken Trompete.

Sandro Hirsch, mit 15 Jahren schon Jungstudent bei Peter Leiner in Saarbrücken und Philipp Schneider (Euphonium) brachten mit der „Suite Monette” des Brasilianers Jose Ursicino da Silva lateinamerikanisches Temperament in die Südpfalz.

Am Ende des sehr langen Konzerts stand wieder ergreifend das Brahms’sche Wiegenlied „Guten Abend, gut Nacht” als Zugabe.

Schade nur, dass man der Moderatorin kein Mikrofon in die Hand gegeben hatte. Im hinteren Drittel des Saales kamen die ein- und überleitenden Erklärungen zu den Darbietungen einschließlich Titel und Komponisten zunehmend nicht mehr an. Da es auch keine Programme in schriftlicher Form gab, blieben die Kenner des Orchesters und der Werke unter den Gästen unter sich.

Als Geburtstagsgeschenk hatte Landrätin Theresia Riedmaier die Spenden mitgebracht, die sie anstelle von Geschenken von ihren eigenen Gästen zum 60. Geburtstag erbeten hatte. 23 470 Euro sind zusammengekommen, die sie zu gleichen Teilen an den Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Kreismusikschule, Clemens Schmitt und an Klaus Wolf als Vorstand des Fördervereins für das Kreisjugendorchester verteilte. Musikschulleiterin Cornelia Hoffmann bedankte sich dafür und für den neuen Proberaum im Staufer-Schulzentrum in Annweiler.

(srs) Die Rheinpfalz, 04. Oktober 2012