Ankündigung:
Jubiläumskonzert am 27.10.2018

Dirigent – Dietmar Wiedmann

Dietmar Wiedmann (1987-2017)

Dietmar Wiedmann hat das KJO am 24.09.1987 gegründet und war bis zu seinem plötzlichen Tod am 23.09.2017 dreißig Jahre lang Dirigent, kreativer Kopf und unermüdlich antreibende Kraft des Orchesters.

Lesen Sie den gesamten Lebenslauf dieses besonderen und für uns unvergessenen Menschen:

Dietmar Wiedmann wurde am 3. Juni 1957 in Landau geboren. Er wuchs in Schwanheim auf und war das jüngste von 5 Kindern.

Die Musik spielte schon früh eine wichtige Rolle in seinem Leben. Im Posaunenchor in Annweiler traf er den Profiposaunisten Horst Wilm, der ihn an die Hand nahm und ihm erste Unterrichtsstunden an der Posaune gab. Durch ihn fasste Dietmar früh den Entschluss, Musik zu studieren. Dem Posaunenchor fühlte er sich bis zuletzt verpflichtet.

Bis zum Abitur spielte er zudem in der Schülerband am Gymnasium in Bad Bergzabern mit.

Anschließend studierte Dietmar in Mannheim bei Professor Schreckenberger im Hauptfach Posaune und beendete sein Studium im Jahr 1979. Ein Aushang am Stellenbrett der Uni brachte ihn auf die Fährte in die neue Welt Brasilien. Zusammen mit einem Studienkollegen bewarb er sich erfolgreich für die Stelle des Solo-Posaunisten in Belo Horizonte. Da zu diesem Zeitpunkt auch die Musterung der Bundeswehr bevorstand, entschloss sich Dietmar kurzerhand, nach Belo Horizonte auszuwandern und die neue Herausforderung anzunehmen.

Dort angekommen, ohne auch nur ein Wort Portugiesisch sprechen zu können, lernte er von seinem WG-Partner Tião, welcher wiederum kein Wort Deutsch konnte, die Landessprache. Durch ihn lernte er auch den Fußball Club Atletico Mineiro, Galo genannt, kennen, den er bis heute als leidenschaftlicher Fan anfeuerte. 1981 heiratete Dietmar seine Ehefrau Margareth Siman de Carvalho. Ein Jahr später erblickte ihr erstes Kind Natália das Licht der Welt.

1986 siedelte die Familie Wiedmann wieder nach Deutschland um. Hier wurden die weiteren Kinder Vanessa, Mathias und zuletzt Felicia geboren.

Seinen neuen Weg als Bläser und Musiker in Deutschland begann Dietmar in der Stadtmission Annweiler.

Bald erhielt er eine Stelle als Lehrer an der Kreismusikschule SÜW und konnte dort unzähligen Kindern und Jugendlichen die Freude an der Musik vermitteln. Dietmar absolvierte eine zweijährige Fortbildung zur Leitung von Blasorchestern (B-Schein) in Trossingen und nahm in Calgary/Kanada drei Jahre in Folge an renommierten Masterkursen teil, die ihn mit Größen wie Glenn Price, Mallory Thompson und Eugene Corporon zusammenführten. Dabei erhielt er wertvolle Impulse, die er an das KJO weitergab.

Umtriebig wie er war, leitete er die Kolpingkapelle Hambach und die Stadtkapelle Landau und gründete zudem verschiedene Orchester und Spielgruppen, welche fast alle bis heute bestehen. Dies sind zum einen die Kaiserbachmusikanten in Gossersweiler-Stein, zum anderen die Reblausmusikanten, sowie das Kreisjugendorchester Südliche Weinstraße. Kleinere Ensembles, wie die „Merry Bones“, gründete und leitete er ebenfalls.

Später konnte Dietmar in der Realschule Edenkoben als Quereinsteiger einen Job als Musiklehrer beginnen, welchen er bis zuletzt ausführte.

Immer wieder hat Dietmar seine Schüler und kleinen Ensembles zur Teilnahme am Wettbewerb „Jugend musiziert“ ermutigt und motiviert. Er investierte viel Zeit in die intensive Vorbereitung, was die jungen Musiker stets ein Stück weiter brachte. Auf menschlicher Ebene konnte Dietmar alle Kinder und Jugendliche positiv beeinflussen und gab ihnen allen wertvolle Erinnerungen und Lehrstunden mit auf ihren Weg.

Musik ist international und wird über Grenzen hinweg verstanden. So war es ihm ein großes Anliegen, den Austausch und die Begegnung mit anderen Ländern zu initiieren. Die Vernetzungen der Blasmusiker und Vereine in der gesamten Südpfalz und über die Landesgrenzen hinweg hat er jederzeit mit Leidenschaft ergänzt und gelebt.

Für das Kreisjugendorchester organisierte Dietmar mehrere Begegnungen mit spanischen Jugendkapellen in Lleida, Amposta und La Selva. Auch Reisen in nähere Länder, wie Dänemark oder Österreich, wurden von ihm organisiert. Die Busfahrten und die Reisen sind und bleiben bei den Teilnehmern unvergessen.

In Pomerode, im Süden Brasiliens, leitete Dietmar ehrenamtlich verschiedene Posaunenchöre, um später dann mit verschiedenen Gruppen nach Brasilien zu reisen.

Im Jahre 2000 ging er mit den Reblausmusikanten auf eine erste Reise nach Brasilien. Die Begeisterung der Mitreisenden war so groß, dass Dietmar beschloss, weitere Reisen nach Brasilien mit Musikgruppen zu organisieren.

Mit den befreundeten Bandas aus Brasilien in Maripa, Pomerode und Vespasiano hielt er freundschaftlichen Kontakt und organisierte ein Austauschprogramm für verschiedene Vereine und Orchester aus Deutschland. Um nur einige zu nennen: 2007 mit den Merry Bones, 2013 mit den Kaiserbachmusikanten, 2015 mit dem Kreisjugendorchester und zuletzt 2016 mit dem Musikverein Ottersheim.

Durch seine frühere Arbeit als Solo-Posaunist in Belo Horizonte und als Musiklehrer in Jaraguá do Sul konnte er seit einigen Jahren den dortigen Orchesterworkshop beim Femusc Festival leiten und wurde immer als „Professor Wiedmann“ angekündigt.

Ende 2016 erhielt Dietmar die folgenschwere Diagnose einer Krebserkrankung. So musste er seine Tätigkeiten als Dirigent und Musiklehrer unterbrechen. Seinen sechzigsten Geburtstag konnte er noch mit seiner brasilianischen Familie in Vespasiano feiern.

Dietmars Tod am Samstag, den 23. September 2017, kam für alle plötzlich und überraschend, da er sich doch bei seinem Kampf gegen den Krebs sehr gut geschlagen hatte und wie immer schon die nächsten zwei oder drei Jahre vorausgeplant hatte.

Bis zuletzt erhellte er die Gefühle aller Mitmenschen durch seine schier unendliche Freude an der Musik.

Wir alle sind Dietmar unendlich dankbar für alles, was er uns mit seinem Leben gegeben hat.

Gott hat uns einen wunderbaren Menschen geschenkt.

„Gott macht nie einen Fehler, auch wenn er einen lieben Menschen aus unserer Mitte abruft.