Ankündigung:
Jubiläumskonzert am 27.10.2018

Musical, Film und populäre Klassik

Jugendsinfonieorchester der Kreismusikschule gibt abwechslungsreiches Konzert im Hohenstaufensaal Annweiler

Das Konzert des Kreisjugendsinfonieorchesters mit einer unterhaltsamen Mischung aus populärer klassischer Musik und Arrangements aus den Bereichen Film und Musical ergänzte im Hohenstaufensaal von Annweiler den sich neigenden sonntäglichen Frühlingsnachmittag vortrefflich.

Was dabei gespielt wurde, stellte Dietmar Wiedmann, Dirigent und Lehrer der Kreismusikschule, jeweils mit launigen Worten im Einzelnen selbst vor. Das gur besetzte und reich ausgestattete Orchester ist vor und drei Jahren anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Kreismusikschule entstanden. Die beiden bereits bestehenden, aber bisher getrennt arbeitenden Jugend-Ensembles, das Streichorchester von Schulleiterin Cornelia Hoffmann und Wiedmanns Mittelstufenblasorchester, wurden damals zu einem Klangkörper vereinigt. Den rund 50 jungen Musikern im Alter von zwölf bis 20 Jahren eilt seither unter Wiedmanns bewährter Führung ein guter Ruf voraus. Einige sind Mitglieder des Landesjugendorchesters.

Entsprechend stark war der Zulauf des Publikums in Annweiler, und der Saal war schon lange vor Beginn fast voll besetzt. Wiedmanns festes, klar umrissenes Dirigat, die dabei lockere, leicht lässige Art seines Umgangstons schenkte den jungen Leuten Vertrauen und gab ihnen Sicherheit im Auftreten. Das Programm ließ freilich erkennen, dass Wiedmann von Haus aus in der Blasmusik verwurzelt ist. Zahlenmäßig zumindest gleichauf, gerieten die Streicher trotzdem häufig ins Hintertreffen gegenüber der lautstarken Allgewalt des Blechs. Wenn sie dann schließlich doch Gelegenheit bekamen, offenbarte ihr Spiel angenehmes, volles Klangvolumen, saubere Intonation und eine geschulte Technik, etwa in dem schwungvollen und von Tempowechsel gekennzeichneten Satz aus einem der ungarischen Tänze Brahms.

Es kamen durchweg anspruchsvolle Paradestücke zum Zug, zum engagierten Sich-Ausspielen wie geschaffen, dabei Konzentration und hohen Einsatz fordernd. Seine ungewöhnliche Klasse bewies das Orchester schon zu Anfang mit dem Triumphmarsch aus Verdis „Aida“, zeugte von Gestaltungskraft und rhythmischer Gewandtheit der jungen Musiker. Mit leichten Schwankungen in der Homogenität und etwas flach kam von den Streichern das Tonmärchen „In der Halle des Bergkönigs“ herüber, eine Szene von Grieg zu Ibsens Schauspiel „Peer Gynt“, hingegen von tiefer Melodik getragen das Spiel der Holzbläser in einem Tanz des gleichen Komponisten. Differenziert in der Stimmführung zeigte sich der durch den Ostinato populär gewordene Kanon von Pachelbel.

Den zweiten Konzertteil leitete ein Medley aus Bernsteins „West Side Story“ ein, gefolgt von Stücken aus Musicals und Milmmusiken, wobei die Vorliebe für Themen nach Bigband-Manier, vorzugsweise für Trompete, Horn und Schlagzeug, unverkennbar blieb. Zum fesselnden Klanggemälde geriet ein Filmausschnitt aus „Fluch der Karibik“ mit Chorgesang, Geräuscheffekten, anschwellenden Phrasen und lyrischen Figuren der Holzbläser. Der Schluss kam noch einal klassisch daher mit einander sinnverwandten Tänzen von Brahms und Dvorák. Begeisterter Applaus erbrachte zwei Zugaben.

(ppo) Die Rheinpfalz, April 2012