Ankündigung:
10. März 2018: Tag der offenen Tür Kreis-Musikschule SÜW

Klingend in ferne Galaxien

Dem Ernst der Lage angemessen und doch von einer Leichtigkeit, die es braucht, um die derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen zu meistern, gelang das tarditionelle Neujahrskonzert zum Empfang des Landkreises Südliche Weinstraße am Freitag als ein selten so harmonisch sich ergänzendes Gesamtwerk aus Ansprache und Musik.

Mit einer musikalischen Reife, die jede Erwartung an die Leistung eines Schülerensembles übertrifft, katapultierte das Kreisjugendorchester unter seinem „Meister“ Dietmar Wiedmann die Gäste von Landrätin Theresia Riedmaier in weit entfernte Galaxien.

Auch Musik aus James-Bond-Filmen bot das Kreisjugendorchester unter seinem "Meister" Dietmar Wiedmann. (Foto: Iversen)

Auch Musik aus James-Bond-Filmen bot das Kreisjugendorchester unter seinem „Meister“ Dietmar Wiedmann.

Auf dem Programm standen Leonard Bernsteins musikalische Umsetzung des Helden „Candide“ als Voltaires ironische Antwort auf die Leibniz’sche Theorie von unserer Welt als der besten aller Welten, eine melancholische Hommage an die Stärke und den Mut der Überlebenden eines Amoklaufes an einer amerikanischen Highschool sowie Melodien aus dem „Krieg der Sterne“, in dem das Gute über das Böse siegt und aus Filmen des Geheimagenten James Bond in der nicht immer unblutigen Mission, die Welt zu retten.

Als besonderen Höhepunkt entließ das Orchester gemeinsam mit dem argentinischen Soloposaunisten Pablo Fenoglio ein musikalisches Feuerwerk der Farben über das abwechselnd ergriffen gebannt und freudig begeistert lauschende Auditorium: Gelb als energiegeladene Kraftquelle des Lichts und der Weisheit. Dramatisch und leidenschaftlich erklang das Rot als Zeichen für Mut und Willenskraft. Melancholisch verträumt drang das Blau als Symbol für Wahrheit und Frieden in die Ohren der Zuhörer, beruhigend und friedlich verströmte das Grün die Hoffnung und die Kraft, besondere Situationen zu meistern.

Stellvertretend für die Opfer von Terror und Gewalt interpretierte das Ensemble ergreifend Frank Tichelis Komposition „An American Elegy“. Das Werk, 1999 geschrieben als Hommage an die Überlebenden eines Amoklaufes in Amerika, beginnt mit den tiefen Registern und hellt sich im Hauptthema auf, das die Hörner als leichte lyrische Melodie präsentieren. Das zweite Thema steigert sich in harmonischen Mustern über die Holzblasinstrumente und die hellen Streicher zu einem vierstimmigen Kanon. Über einer Basis aus dem weichen Klang des Holzes erstrahlt die Trompete mit einer Art Himmelsbotschaft, bevor im orchestralen Finale über dem tiefen Blech der Traurigkeit noch einmal das Hauptthema als heller Funke der Hoffnung aufflammt.

Mit den Titelliedern zu „Goldfinger“ und „Skyfall“ begleitete die Landauer Sängerin Jasmin Perret das Orchester auf einer turbulent dramatischen Reise in die Welt des Geheimagenten James Bond.

Als besonderes Knallbonbon erschien der Posaunist aus Argentinien am Ende des Konzertes als Clown verkleidet noch einmal auf der Bühne und demonstrierte zur Freude des Publikums zum virtuosen Spiel auf dem Instrument komisch akrobatisches Talent.

In der launigen Moderation verneigte sich die junge Flötistin Carola Rong in der Ansage des Melodienreigens aus Johan de Meijs „Star Wars Saga“ vor dem Orchester und seinem Meister. Am siegreichen Ende des Guten über das Böse und der Botschaft, dass auch in der besten aller Welten vor der Ernte der Garten bestellt werden will, erhoben sich die Gäste im übervollen Haus des Gastes, minutenlang applaudierend, von ihren Sitzen.

Möge die Musik des Kreisjugendorchesters und seines genialen Motivators Dietmar Wiedmann als freiwillige Leistung des Landkreises noch lange mit den Musikfreunden an der Südlichen Weinstraße sein.

(srs) Die Rheinpfalz, 11. Januar 2016